LAGE DES GLAMILA FERIENDORFS
DIE BESONDERHEIT DES ORTES
Dejguny und Sterławki haben einen Vorteil gegenüber bekannteren Teilen Masurens: Hier ist es noch ruhig. Das ist nicht die Umgebung von Mikołajki und auch nicht das Zentrum von Giżycko mit vielen Segelbooten und Lokalen alle paar Meter. Für viele Gäste von Glamila wird gerade diese Stille zur größten Entdeckung ihres Aufenthalts in Masuren...
REICHE GESCHICHTE
glamila, STERŁAWKI ŚREDNIE
Bevor hier jemand das erste Zelt aufstellte, bevor jemand diesen Ort Glamila nannte, gab es hier etwas viel Älteres: einen zurückweichenden Eisschild, Wasser, das die zurückgelassenen Formen füllte, und Menschen, die kurz danach kamen.
Glamila liegt in Sterławki Średnie, nur wenige Kilometer von Orten entfernt, die Archäologen seit Jahrzehnten erforschen. Dies ist keine geschichtslose Region, in der einfach ein Glampingplatz entstanden ist. Es ist ein Ort, an dem Geschichte buchstäblich unter der Oberfläche liegt: in der Erde, im Wasser und manchmal auf dem Grund des Sees.
Das gesamte Becken der Großen Masurischen Seen wurde einst vom Volk der Galinder bewohnt. Der Name soll ein Land am Ende der Welt oder Menschen des Grenzlandes bedeuten - eine Beschreibung, die auch heute noch gut zu dieser Gegend passt. Hinter Galindien endete das prußische Land und der Wald begann. Die Galinder rodeten und brannten kleine Waldflächen für Felder, bauten Weizen, Hirse und Gerste an und hielten Schweine, Ziegen und Pferde. Doch die Seen - dieselben Gewässer, an denen Glamila heute liegt - gaben ihnen das Wichtigste: Fische in solcher Fülle, dass sie die Grundlage der täglichen Ernährung bildeten. Sie betrieben außerdem Imkerei, gerbten Häute und jagten Wild.
Bernstein, Silber und Kaiser vom Mittelmeer
Durch die Lande der Galinder führte die Bernsteinstraße, einer der wichtigsten Handelswege des antiken Europas. Von hier gelangten Bernstein, Getreide, Felle und Häute bis an die Grenzen des Römischen Reiches. Archäologen finden bis heute Spuren dieser Kontakte: silberne und vergoldete Schmuckstücke, Fibeln mit Kreuzmotiven, Schnallen mit Adlerkopf - Gegenstände aus einer ganz anderen Welt. Eine solche Spur lag jahrhundertelang buchstäblich im Wasser. 1971 zogen Fischer aus Grzybowo aus dem Dejguny-See einen Schatz römischer Münzen aus der Zeit der Antoninen - fast zweitausend Jahre alt. Es ist genau dasselbe Wasser, das man heute von der Terrasse des Caffe Glamila sieht.
Die Insel, der Priester und Weissagungen aus vergangenen Jahrhunderten
Die interessanteste lokale Geschichte handelt von einer kleinen Insel in der Mitte des Dejguny-Sees, die mit alten Bäumen bewachsen ist. Der lokalen Legende nach war sie der Sitz eines altpreußischen Priesters der Galinder - ein Ort, zu dem man für Weissagungen und Rat in wichtigen Angelegenheiten fuhr. Was diese Geschichte von einer gewöhnlichen Legende unterscheidet, ist ihre archäologische Grundlage. Auf dem Seegrund in der Nähe der Insel wurden Gefäße und römische Münzen aus der Zeit der Kaiser Antoninus und Nero gefunden - genau dort, wo die Legende die Kultstätte verortet. Niemand kann heute sagen, wo die Erzählung endet und die Tatsache beginnt. Vielleicht ist das gut so - manche Orte sollten ein wenig Geheimnis bewahren.
Wrony, Sterławki und Bogaczewo – ein Land voller Spuren
Einige Kilometer von Glamila entfernt, in Wrony, befand sich einst eine Wehranlage, die mit prußischer und frühmittelalterlicher Besiedlung verbunden war. In Sterławki Wielkie und Sterławki Małe fanden Archäologen Hügelgräber und Siedlungsspuren aus der Bronzezeit - Beweise dafür, dass Menschen hier bereits vor mehr als 3.000 Jahren lebten. Etwas weiter, in Bogaczewo, liegt der Ort, der einer ganzen archäologischen Kultur ihren Namen gab: der Bogaczewo-Kultur, die sich in den ersten fünf Jahrhunderten unserer Zeitrechnung entwickelte. Sie ist eine der wichtigsten archäologischen Kulturen Nordostpolens, und die hier gefundenen Schmuckstücke, Waffen und aus dem Römischen Reich importierten Gegenstände zeigen, wie intensiv dieses Land schon vor zweitausend Jahren am Fernhandel teilnahm.
Der Schatten des Krieges über dem Wasser
Die Geschichte dieses Ortes endet nicht in der Antike. Auf der Halbinsel Lisi Ogon nahe Dejguny sind Bunker erhalten geblieben, die Historikern zufolge in den Jahren 1941-1944 als Kommunikationszentrum für die nahe gelegene Wolfsschanze gedient haben könnten. Damals war die ganze Umgebung militärisches Sperrgebiet, und lokale Erzählungen berichten sogar von Ausrüstung, die beim Rückzug der Truppen im See versenkt wurde.
Derselbe Himmel, derselbe See
Dieselbe Landschaft, die Menschen vor Tausenden von Jahren anzog, laedt Gaeste heute zum Morgenkaffee auf der Terrasse, zu einem Nachmittag auf dem SUP-Board und zu einem Abend am Feuer ein. Wenig hat sich geaendert: statt der Bernsteinstrasse gibt es eine Regionalstrasse, statt einer Burganlage - ein Zelt mit Seeblick. Die Stille, die man hier hoert, hat eine wirklich lange Geschichte..













